Group 13 Created with Sketch.

Aktuelle Arbeit

Die Hauptaufgabe der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung ist der Aufbau der neuen Kulturinstitution. Im Vordergrund steht dabei die Konzipierung und Umsetzung der Dauerausstellung zum Thema Flucht und Vertreibung im Europa des 20. und 21. Jahrhunderts und weltweit.

Die Bibliothek, die Sammlung und das Archiv sind dabei schon jetzt für die Öffentlichkeit zur Forschung oder aktiven Teilhabe zugänglich. Eigene Veranstaltungen und zahlreiche Kooperationen dienen der wissenschaftlichen Vernetzung und gewähren einen Einblick in die Themen und die Arbeit der Stiftung.

Informationen zu den aktuellen Neuigkeiten aus der Stiftung finden Sie im Folgenden.

Ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk

Zum Weihnachtsfest präsentiert die Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung ein außergewöhnliches Objekt. Ein aus Siebenbürgen geflohener Großvater schenkte es 1945 seinem Enkel Peter. Der bescheidene und doch liebevoll gefertigte Scherenschnitt wurde der Stiftung von Peters Schwester Christl Preu übergeben. In der Bildergalerie erfahren Sie mehr über das diesjährige Motiv unserer Weihnachtskarte.

WIR WÜNSCHEN IHNEN FROHE FEIERTAGE UND ALLES GUTE FÜR DAS JAHR 2018
 

Nach der Flucht aus Siebenbürgen war die Familie von Christl Preu (*1931, geborene Scholtes) über ganz Deutschland verstreut. In den ungewissen Monaten nach Kriegsende hielten die Verwandten regen Briefkontakt und tauschten sich über ihre Sorgen und Hoffnungen als Flüchtlinge aus. In einem dieser Briefe befand sich zu Weihnachten 1945 ein besonderes Geschenk von Gustav Broser für seinen Enkel Peter Scholtes.Da es damals an allem mangelte, war es Gustav Broser nicht möglich gewesen, seinem Enkel ein Bilderbuch zu kaufen. Stattdessen fertigte er für ihn einen Scherenschnitt aus grobem Papier an: „Nun hat Otata* diese Mandel** ausgeschnitten …“ *Siebenbürgisch-Sächsisch für Großvater **Siebenbürgisch-Sächsisch für MännleinIn dem Brief bat Gustav Broser Peters Schwester Christl , den Männlein „ein wenig Gesichter und Kleider“ einzuzeichnen, um sie für ihren jüngeren Bruder Peter festlich zu schmücken. Christl und Peter Scholtes, im siebenbürgischen Bistritz geboren, lebten zu dieser Zeit in Büsum.Die Familie von Christl und Peter Scholtes gehörte der deutschsprachigen Bevölkerung Siebenbürgens an. In ihrem Heimatort Bistritz (rumänisch Bistrița, ungarisch Beszterce) lebten neben Deutschen auch Rumänen, Ungarn und Juden. Bis 1919 lag Bistritz in Österreich-Ungarn. Zwischen 1919 und 1940 war die Stadt rumänisch, 1940 bis 1944 fiel sie an Ungarn. Ab September 1944 wurden viele Siebenbürger Sachsen von der Wehrmacht evakuiert; viele flohen zunächst nach Österreich, so auch die Familie Scholtes.Nach dem Krieg blieb nur noch eine kleine deutsche Minderheit im rumänischen Bistritz, die Mehrheit fand in Deutschland und Österreich ein neues Zuhause. In der Familie Scholtes/Broser, die schließlich an verschiedenen Orten in Deutschland Zuflucht gefunden hatte, pflegte man die Erinnerung an die siebenbürgische Heimat und die Familiengeschichte. Gerda Scholtes, die Mutter unserer Schenkerin Christl Preu, sammelte viele Dokumente, Briefe und Tagebücher, um das Schicksal der Familie festzuhalten.Christl Preu bewahrte diese Dokumente sorgfältig auf. Im Herbst 2017 vertraute sie das umfassende Konvolut der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung an. Als Teil des Archivs wird es in Zukunft Besuchern des Dokumentationszentrums am Anhalter Bahnhof zugänglich gemacht.Die in Briefen und Dokumenten überlieferte Geschichte der Familie Broser/Scholtes zeugt von Verlust und Zusammenhalt und gewährt einen einzigartigen Einblick in das Schicksal Siebenbürger Sachsen zwischen alter und neuer Heimat. Dem Engagement von Frau Preu ist zu verdanken, dass diese nicht in Vergessenheit geraten wird.
Nach der Flucht aus Siebenbürgen war die Familie von Christl Preu (*1931, geborene Scholtes) über ganz Deutschland verstreut. In den ungewissen Monaten nach Kriegsende hielten die Verwandten regen Briefkontakt und tauschten sich über ihre Sorgen und Hoffnungen als Flüchtlinge aus. In einem dieser Briefe befand sich zu Weihnachten 1945 ein besonderes Geschenk von Gustav Broser für seinen Enkel Peter Scholtes.
Brief von Gustav Broser an seine Enkelkinder Peter und Christl Scholtes, 1945 © Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung; Foto: Thomas Bruns
Nach der Flucht aus Siebenbürgen war die Familie von Christl Preu (*1931, geborene Scholtes) über ganz Deutschland verstreut. In den ungewissen Monaten nach Kriegsende hielten die Verwandten regen Briefkontakt und tauschten sich über ihre Sorgen und Hoffnungen als Flüchtlinge aus. In einem dieser Briefe befand sich zu Weihnachten 1945 ein besonderes Geschenk von Gustav Broser für seinen Enkel Peter Scholtes.
Da es damals an allem mangelte, war es Gustav Broser nicht möglich gewesen, seinem Enkel ein Bilderbuch zu kaufen. Stattdessen fertigte er für ihn einen Scherenschnitt aus grobem Papier an: „Nun hat Otata* diese Mandel** ausgeschnitten …“ *Siebenbürgisch-Sächsisch für Großvater **Siebenbürgisch-Sächsisch für Männlein
Scherenschnitt aus grobem Papier, 1945, Schenkung Christl Preu © Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung; Foto: Thomas Bruns
Da es damals an allem mangelte, war es Gustav Broser nicht möglich gewesen, seinem Enkel ein Bilderbuch zu kaufen. Stattdessen fertigte er für ihn einen Scherenschnitt aus grobem Papier an: „Nun hat Otata* diese Mandel** ausgeschnitten …“ *Siebenbürgisch-Sächsisch für Großvater **Siebenbürgisch-Sächsisch für Männlein
In dem Brief bat Gustav Broser Peters Schwester Christl , den Männlein „ein wenig Gesichter und Kleider“ einzuzeichnen, um sie für ihren jüngeren Bruder Peter festlich zu schmücken. Christl und Peter Scholtes, im siebenbürgischen Bistritz geboren, lebten zu dieser Zeit in Büsum.
Peter und Christl Scholtes in Büsum, 1947 © Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung
In dem Brief bat Gustav Broser Peters Schwester Christl , den Männlein „ein wenig Gesichter und Kleider“ einzuzeichnen, um sie für ihren jüngeren Bruder Peter festlich zu schmücken. Christl und Peter Scholtes, im siebenbürgischen Bistritz geboren, lebten zu dieser Zeit in Büsum.
Die Familie von Christl und Peter Scholtes gehörte der deutschsprachigen Bevölkerung Siebenbürgens an. In ihrem Heimatort Bistritz (rumänisch Bistrița, ungarisch Beszterce) lebten neben Deutschen auch Rumänen, Ungarn und Juden. Bis 1919 lag Bistritz in Österreich-Ungarn. Zwischen 1919 und 1940 war die Stadt rumänisch, 1940 bis 1944 fiel sie an Ungarn. Ab September 1944 wurden viele Siebenbürger Sachsen von der Wehrmacht evakuiert; viele flohen zunächst nach Österreich, so auch die Familie Scholtes.
Historische Stadtansicht von Bistritz, um 1916 © Spitalsgasse in Bistritz, undatiert (1914-1918), Public Domain
Die Familie von Christl und Peter Scholtes gehörte der deutschsprachigen Bevölkerung Siebenbürgens an. In ihrem Heimatort Bistritz (rumänisch Bistrița, ungarisch Beszterce) lebten neben Deutschen auch Rumänen, Ungarn und Juden. Bis 1919 lag Bistritz in Österreich-Ungarn. Zwischen 1919 und 1940 war die Stadt rumänisch, 1940 bis 1944 fiel sie an Ungarn. Ab September 1944 wurden viele Siebenbürger Sachsen von der Wehrmacht evakuiert; viele flohen zunächst nach Österreich, so auch die Familie Scholtes.
Nach dem Krieg blieb nur noch eine kleine deutsche Minderheit im rumänischen Bistritz, die Mehrheit fand in Deutschland und Österreich ein neues Zuhause. In der Familie Scholtes/Broser, die schließlich an verschiedenen Orten in Deutschland Zuflucht gefunden hatte, pflegte man die Erinnerung an die siebenbürgische Heimat und die Familiengeschichte. Gerda Scholtes, die Mutter unserer Schenkerin Christl Preu, sammelte viele Dokumente, Briefe und Tagebücher, um das Schicksal der Familie festzuhalten.
Stadtansicht von Bistritz, späte 1990er Jahre © Costel Munteanu, Panorama - panoramio (106), CC BY-SA 3.0
Nach dem Krieg blieb nur noch eine kleine deutsche Minderheit im rumänischen Bistritz, die Mehrheit fand in Deutschland und Österreich ein neues Zuhause. In der Familie Scholtes/Broser, die schließlich an verschiedenen Orten in Deutschland Zuflucht gefunden hatte, pflegte man die Erinnerung an die siebenbürgische Heimat und die Familiengeschichte. Gerda Scholtes, die Mutter unserer Schenkerin Christl Preu, sammelte viele Dokumente, Briefe und Tagebücher, um das Schicksal der Familie festzuhalten.
Christl Preu bewahrte diese Dokumente sorgfältig auf. Im Herbst 2017 vertraute sie das umfassende Konvolut der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung an. Als Teil des Archivs wird es in Zukunft Besuchern des Dokumentationszentrums am Anhalter Bahnhof zugänglich gemacht.
Archivmappen mit den Briefen und Unterlagen der Familie Broser/Scholtes, Schenkung Christl Preu, 2017 © Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung; Foto: Thomas Bruns
Christl Preu bewahrte diese Dokumente sorgfältig auf. Im Herbst 2017 vertraute sie das umfassende Konvolut der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung an. Als Teil des Archivs wird es in Zukunft Besuchern des Dokumentationszentrums am Anhalter Bahnhof zugänglich gemacht.
Die in Briefen und Dokumenten überlieferte Geschichte der Familie Broser/Scholtes zeugt von Verlust und Zusammenhalt und gewährt einen einzigartigen Einblick in das Schicksal Siebenbürger Sachsen zwischen alter und neuer Heimat. Dem Engagement von Frau Preu ist zu verdanken, dass diese nicht in Vergessenheit geraten wird.
Christl Preu, 2017 Foto privat © Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung
Die in Briefen und Dokumenten überlieferte Geschichte der Familie Broser/Scholtes zeugt von Verlust und Zusammenhalt und gewährt einen einzigartigen Einblick in das Schicksal Siebenbürger Sachsen zwischen alter und neuer Heimat. Dem Engagement von Frau Preu ist zu verdanken, dass diese nicht in Vergessenheit geraten wird.
News
Mittwoch, 22. November 2017
News
Montag, 10. April 2017
News
Montag, 27. Februar 2017
News
Sonntag, 29. Januar 2017
Sendung »History Live« auf Phoenix
News
Donnerstag, 15. Dezember 2016
Die Geschichte der niederschlesischen Pfefferkuchentradition zur Weihnachtszeit
News
Montag, 17. Oktober 2016
nach oben Drucken