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Aktuelle Arbeit

Sammlung

Die Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung erwirbt Objekte insbesondere für die zukünftige Dauerausstellung. Darunter befinden sich Realien aller Art zu den Themen Flucht, Vertreibung, Zwangsmigration, Heimatverlust, ethnische Homogenisierung sowie Mehr- und Minderheitenpolitik. Die Stiftung sammelt europaweit und darüber hinaus, wobei das Schicksal der von Flucht und Vertreibung betroffenen Deutschen und der Gebiete mit vormals deutscher Bevölkerung einen Schwerpunkt bildet.

Zu der Sammlung zählen unter anderem Plakate, politisches Propagandamaterial wie Flugblätter oder Postkarten, Fotografien und Fotoalben, Landkarten, persönliche Dokumente, Zeitungen, Broschüren, Gemälde und andere Kunstwerke sowie dreidimensionale Objekte, Fluchtgepäck und Transportmittel.

Im Bestand befinden sich auch Ansichten, Postkarten, Fotoalben, Landkarten und touristisches Werbematerial zu den ehemals deutschen bzw. deutsch besiedelten Gebieten aus der Sammlung der 1999 aufgelösten Stiftung Deutschlandhaus. Andere Teile dieser Sammlung gingen in den Bestand des Deutschen Historischen Museums über.

Die Stiftung freut sich über die Mithilfe von Menschen, die selbst Flucht, Vertreibung oder Zwangsmigration erfahren mussten oder einen anderen Bezug zu diesen Themen haben. Besonders interessant sind dabei Objekte, in denen sich ein Stück Lebensgeschichte bündelt.

Schreiben Sie uns gerne unter geschichten@sfvv.de oder kontaktieren Sie uns telefonisch.

Im Sommer 1941 erstellte Artur Stab ein Album mit Aufnahmen seiner Familie und seines Heimatortes Hussenbach (heute Linjowo, Russische Föderation), einer Siedlung in der Sowjetrepublik der Wolgadeutschen. Wenige Wochen später wurden die Bewohner des Ortes von Truppen des sowjetischen Geheimdienstes nach Sibirien deportiert. Insgesamt wurden rund 452.000 im Wolgaraum lebende Deutsche nach Kasachstan und Sibirien vertrieben. Sie wurden pauschal der Spionage für das Deutsche Reich und der Sabotage bezichtigt.Im Frühjahr 1999 hatte der Konflikt zwischen serbischen Streitkräften und der kosovarischen Befreiungsarmee im Kosovo eine neue Dimension erreicht: Nach dem Scheitern der Friedensverhandlungen und dem Abzug internationaler Beobachter flog die NATO Luftangriffe gegen serbische Stellungen. Daraufhin gingen serbische Militärverbände mit äußerster Brutalität gegen die albanische Mehrheitsbevölkerung vor. Hunderttausende flüchteten nach Albanien und Mazedonien.Mit Rettungswesten wie dieser kamen auch 2016 zahlreiche Menschen auf überfüllten Booten über das Mittelmeer in Italien an. Sie flüchteten von der nordafrikanischen Küste aus und wurden nach ihrer Seenotrettung in den Häfen von Sizilien und Lampedusa in Empfang genommen. Weil jedoch viele Boote auf dem offenen Meer kentern, sind 2016 allein bis Oktober über 3.000 Menschen ertrunken. Diese Rettungsweste stammt aus dem Hafen von Pozzallo, Sizilien.Der Reichsgau Wartheland gehörte zu den ab 1939 vom Deutschen Reich völkerrechtswidrig annektierten polnischen Gebieten. Ziel der nationalsozialistischen Politik in diesen Region war die »Eindeutschung«, d. h. die »Entfernung« polnischer Bevölkerung und die Ansiedlung Deutscher. Zwischen 1939 und 1941 wurden etwa 280.000 Polen aus dem Reichsgau Wartheland vertrieben.Der tschechische Fotokünstler Lukáš Houdek (* 1984) inszeniert mit Barbiepuppen Szenen brutaler Gewalt, die sich während der sog. wilden Vertreibung Deutscher aus der Tschechoslowakei abspielten. Dieses Bild bezieht sich auf den sog. Brünner Todesmarsch am 31. Mai 1945. Tschechische Milizen trieben die deutschsprachige Bevölkerung aus Mähren in Richtung österreichische Grenze. Insgesamt starben innerhalb weniger Tage etwa 5.000 Menschen an den Folgen der Gewalt, an Entkräftung, Hunger und Durst.Im Sommer 2007 besuchte die Finnin Pirjo Airikka (* 1946) den Ort Revonsaari in Karelien, heute Russische Föderation. Ihre Familie besaß dort einen Hof, den sie erstmals 1939 und endgültig im Sommer 1944 verlassen musste. Insgesamt verloren etwa 440.000 finnische Karelier während des Zweiten Weltkrieges ihre Heimat durch Umsiedlung oder Flucht, da große Teile der Region an die Sowjetunion fielen. Von ihrer Reise nach Karelien nahm Pirjo Airikka zur Erinnerung ein Glas Erde mit.Familie Werth wurde 1945 von den polnischen Behörden aus dem neumärkischen Reetz (heute Recz, Polen) zwangsausgewiesen. Zu dieser Zeit besaßen sie kein geeignetes Transportmittel, doch zufällig entdeckte die Großmutter an einer Straßenecke einen verwaisten Handwagen. Diesen bepackte die Familie schwer und zog ihn auf einem 200 Kilometer langen Fußmarsch bis nach Berlin. Der Sohn Lothar Werth benutzte vielen Jahre später den Handwagen für den Bau seines Berliner Hauses.Noch während der Vertreibung der deutschen Bevölkerung warb ein eigens gegründetes »Ministerium für die Wiedergewonnenen Gebiete« in Polen für die Neubesiedlung ehemals deutscher Gebiete an der Oder. Etwa ein Viertel der polnischen Siedler im westlichen Polen waren selbst Vertriebene. Sie kamen aus Regionen im Osten, die Polen seinerseits an die Sowjetunion abtreten musste.Nach dem Vorbild des Räubers Hotzenplotz aus dem Kinderbuch von Otfried Preußler strickte Ingeborg Schmidt die Puppe für ihren Mann Ernst. Er wurde 1929 in Hotzenplotz (tschechisch Osoblaha) in Mährisch-Schlesien geboren. Er war einer von etwa 3 Millionen Deutschen, die nach Kriegsende aus der Tschechoslowakei vertrieben wurden. Preußler kannte den Ort aus seiner Kindheit. Er selbst stammte aus Reichenberg (tschechisch Liberec) und schöpfte seine Erzählstoffe aus den deutschen und slawischen Sagen Böhmens.Die amerikanische Hilfsorganisation wurde 1915 auf Initiative des US-amerikanischen Botschafters in Konstantinopel, Henry Morgenthau, gegründet. Ihn hatten Berichte über die Deportation der christlichen Minderheiten Kleinasiens, vor allem der Armenier und Griechen, und den sich abzeichnenden Völkermord erreicht. Mit Lebensmittellieferungen, der Errichtung von Waisenhäusern und Flüchtlingslagern sollten so viele Menschen wie möglich gerettet werden. Finanziert wurde diese Hilfe aus Spenden von US-Bürgern.Nach ihrer Ausweisung aus dem ostpreußischen Wielitzken (heute Wieliczki, Polen) im November 1945 fand Familie Brozio zwei Monate später in Hamdorf in Schleswig-Holstein, ein neues Zuhause. Die Familie hatte ihren gesamten Besitz zurücklassen müssen. Ihr Gepäck kam während der zweimonatigen Fahrt in Güterwaggons abhanden. In Hamdorf wies man der Familie ein Zimmer zu. Dort begann der Vater für die Familie Kleiderbügel aus Baumästen zu schnitzen.Die Erinnerung an das Leben der Armenier im Osmanischen Reich, ihre Vertreibung und Ermordung ist ein zentrales Motiv in der künstlerischen Arbeit von Silvina Der-Meguerditchians (* 1967), die selbst armenische Wurzeln hat. Der Wandteppich erinnert an das armenische Schulwesen in der Region Marasch (heute Maraş,Türkei). Hier lebten bis zum Beginn des Völkermords an den Armeniern 1915 tausende armenische Familien.Dorette Jendretzki wurde im November 1946 in einem Eisenbahnwaggon zwischen Liegnitz (heute Legnica, Polen) und Sagan (heute Żagań, Polen) geboren. Ihre Familie war kurz zuvor aus Kreuzburg (heute Kluczbork, Polen) in Oberschlesien vertrieben worden. Den Mantel trug ihre Mutter während der Geburt. Um ihn danach weiter tragen zu können, wurde der untere Teil abgetrennt.
Im Sommer 1941 erstellte Artur Stab ein Album mit Aufnahmen seiner Familie und seines Heimatortes Hussenbach (heute Linjowo, Russische Föderation), einer Siedlung in der Sowjetrepublik der Wolgadeutschen. Wenige Wochen später wurden die Bewohner des Ortes von Truppen des sowjetischen Geheimdienstes nach Sibirien deportiert. Insgesamt wurden rund 452.000 im Wolgaraum lebende Deutsche nach Kasachstan und Sibirien vertrieben. Sie wurden pauschal der Spionage für das Deutsche Reich und der Sabotage bezichtigt.
Fotoalbum von Artur Stab, Hussenbach 1941 © Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung; Foto: Thomas Bruns
Im Sommer 1941 erstellte Artur Stab ein Album mit Aufnahmen seiner Familie und seines Heimatortes Hussenbach (heute Linjowo, Russische Föderation), einer Siedlung in der Sowjetrepublik der Wolgadeutschen. Wenige Wochen später wurden die Bewohner des Ortes von Truppen des sowjetischen Geheimdienstes nach Sibirien deportiert. Insgesamt wurden rund 452.000 im Wolgaraum lebende Deutsche nach Kasachstan und Sibirien vertrieben. Sie wurden pauschal der Spionage für das Deutsche Reich und der Sabotage bezichtigt.
Im Frühjahr 1999 hatte der Konflikt zwischen serbischen Streitkräften und der kosovarischen Befreiungsarmee im Kosovo eine neue Dimension erreicht: Nach dem Scheitern der Friedensverhandlungen und dem Abzug internationaler Beobachter flog die NATO Luftangriffe gegen serbische Stellungen. Daraufhin gingen serbische Militärverbände mit äußerster Brutalität gegen die albanische Mehrheitsbevölkerung vor. Hunderttausende flüchteten nach Albanien und Mazedonien.
Der Spiegel, vom 5. April 1999 © DER SPIEGEL 14/1999
Im Frühjahr 1999 hatte der Konflikt zwischen serbischen Streitkräften und der kosovarischen Befreiungsarmee im Kosovo eine neue Dimension erreicht: Nach dem Scheitern der Friedensverhandlungen und dem Abzug internationaler Beobachter flog die NATO Luftangriffe gegen serbische Stellungen. Daraufhin gingen serbische Militärverbände mit äußerster Brutalität gegen die albanische Mehrheitsbevölkerung vor. Hunderttausende flüchteten nach Albanien und Mazedonien.
Mit Rettungswesten wie dieser kamen auch 2016 zahlreiche Menschen auf überfüllten Booten über das Mittelmeer in Italien an. Sie flüchteten von der nordafrikanischen Küste aus und wurden nach ihrer Seenotrettung in den Häfen von Sizilien und Lampedusa in Empfang genommen. Weil jedoch viele Boote auf dem offenen Meer kentern, sind 2016 allein bis Oktober über 3.000 Menschen ertrunken. Diese Rettungsweste stammt aus dem Hafen von Pozzallo, Sizilien.
Rettungsweste, Pozzallo 2016 © Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung; Foto: Thomas Bruns
Mit Rettungswesten wie dieser kamen auch 2016 zahlreiche Menschen auf überfüllten Booten über das Mittelmeer in Italien an. Sie flüchteten von der nordafrikanischen Küste aus und wurden nach ihrer Seenotrettung in den Häfen von Sizilien und Lampedusa in Empfang genommen. Weil jedoch viele Boote auf dem offenen Meer kentern, sind 2016 allein bis Oktober über 3.000 Menschen ertrunken. Diese Rettungsweste stammt aus dem Hafen von Pozzallo, Sizilien.
Der Reichsgau Wartheland gehörte zu den ab 1939 vom Deutschen Reich völkerrechtswidrig annektierten polnischen Gebieten. Ziel der nationalsozialistischen Politik in diesen Region war die »Eindeutschung«, d. h. die »Entfernung« polnischer Bevölkerung und die Ansiedlung Deutscher. Zwischen 1939 und 1941 wurden etwa 280.000 Polen aus dem Reichsgau Wartheland vertrieben.
Einwohner-Ausweis für Polen, Warthegau 1942 © Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung; Foto: Thomas Bruns
Der Reichsgau Wartheland gehörte zu den ab 1939 vom Deutschen Reich völkerrechtswidrig annektierten polnischen Gebieten. Ziel der nationalsozialistischen Politik in diesen Region war die »Eindeutschung«, d. h. die »Entfernung« polnischer Bevölkerung und die Ansiedlung Deutscher. Zwischen 1939 und 1941 wurden etwa 280.000 Polen aus dem Reichsgau Wartheland vertrieben.
Der tschechische Fotokünstler Lukáš Houdek (* 1984) inszeniert mit Barbiepuppen Szenen brutaler Gewalt, die sich während der sog. wilden Vertreibung Deutscher aus der Tschechoslowakei abspielten. Dieses Bild bezieht sich auf den sog. Brünner Todesmarsch am 31. Mai 1945. Tschechische Milizen trieben die deutschsprachige Bevölkerung aus Mähren in Richtung österreichische Grenze. Insgesamt starben innerhalb weniger Tage etwa 5.000 Menschen an den Folgen der Gewalt, an Entkräftung, Hunger und Durst.
Foto aus der Serie »The Art of Killing«, Tschechische Republik 2013 © Lukáš Houdek
Der tschechische Fotokünstler Lukáš Houdek (* 1984) inszeniert mit Barbiepuppen Szenen brutaler Gewalt, die sich während der sog. wilden Vertreibung Deutscher aus der Tschechoslowakei abspielten. Dieses Bild bezieht sich auf den sog. Brünner Todesmarsch am 31. Mai 1945. Tschechische Milizen trieben die deutschsprachige Bevölkerung aus Mähren in Richtung österreichische Grenze. Insgesamt starben innerhalb weniger Tage etwa 5.000 Menschen an den Folgen der Gewalt, an Entkräftung, Hunger und Durst.
Im Sommer 2007 besuchte die Finnin Pirjo Airikka (* 1946) den Ort Revonsaari in Karelien, heute Russische Föderation. Ihre Familie besaß dort einen Hof, den sie erstmals 1939 und endgültig im Sommer 1944 verlassen musste. Insgesamt verloren etwa 440.000 finnische Karelier während des Zweiten Weltkrieges ihre Heimat durch Umsiedlung oder Flucht, da große Teile der Region an die Sowjetunion fielen. Von ihrer Reise nach Karelien nahm Pirjo Airikka zur Erinnerung ein Glas Erde mit.
Glas mit Heimat-Erde, Karelien 2007 © Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung; Foto: Thomas Bruns
Im Sommer 2007 besuchte die Finnin Pirjo Airikka (* 1946) den Ort Revonsaari in Karelien, heute Russische Föderation. Ihre Familie besaß dort einen Hof, den sie erstmals 1939 und endgültig im Sommer 1944 verlassen musste. Insgesamt verloren etwa 440.000 finnische Karelier während des Zweiten Weltkrieges ihre Heimat durch Umsiedlung oder Flucht, da große Teile der Region an die Sowjetunion fielen. Von ihrer Reise nach Karelien nahm Pirjo Airikka zur Erinnerung ein Glas Erde mit.
Familie Werth wurde 1945 von den polnischen Behörden aus dem neumärkischen Reetz (heute Recz, Polen) zwangsausgewiesen. Zu dieser Zeit besaßen sie kein geeignetes Transportmittel, doch zufällig entdeckte die Großmutter an einer Straßenecke einen verwaisten Handwagen. Diesen bepackte die Familie schwer und zog ihn auf einem 200 Kilometer langen Fußmarsch bis nach Berlin. Der Sohn Lothar Werth benutzte vielen Jahre später den Handwagen für den Bau seines Berliner Hauses.
Handwagen der Familie Werth, 1945 © Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung; Foto: Sebastian Ahlers
Familie Werth wurde 1945 von den polnischen Behörden aus dem neumärkischen Reetz (heute Recz, Polen) zwangsausgewiesen. Zu dieser Zeit besaßen sie kein geeignetes Transportmittel, doch zufällig entdeckte die Großmutter an einer Straßenecke einen verwaisten Handwagen. Diesen bepackte die Familie schwer und zog ihn auf einem 200 Kilometer langen Fußmarsch bis nach Berlin. Der Sohn Lothar Werth benutzte vielen Jahre später den Handwagen für den Bau seines Berliner Hauses.
Noch während der Vertreibung der deutschen Bevölkerung warb ein eigens gegründetes »Ministerium für die Wiedergewonnenen Gebiete« in Polen für die Neubesiedlung ehemals deutscher Gebiete an der Oder. Etwa ein Viertel der polnischen Siedler im westlichen Polen waren selbst Vertriebene. Sie kamen aus Regionen im Osten, die Polen seinerseits an die Sowjetunion abtreten musste.
Propagandaplakat »Nad Odrę« [An die Oder] zur Anwerbung polnischer Neusiedler, Krakau 1946 © Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung; Foto: Sebastian Ahlers
Noch während der Vertreibung der deutschen Bevölkerung warb ein eigens gegründetes »Ministerium für die Wiedergewonnenen Gebiete« in Polen für die Neubesiedlung ehemals deutscher Gebiete an der Oder. Etwa ein Viertel der polnischen Siedler im westlichen Polen waren selbst Vertriebene. Sie kamen aus Regionen im Osten, die Polen seinerseits an die Sowjetunion abtreten musste.
Nach dem Vorbild des Räubers Hotzenplotz aus dem Kinderbuch von Otfried Preußler strickte Ingeborg Schmidt die Puppe für ihren Mann Ernst. Er wurde 1929 in Hotzenplotz (tschechisch Osoblaha) in Mährisch-Schlesien geboren. Er war einer von etwa 3 Millionen Deutschen, die nach Kriegsende aus der Tschechoslowakei vertrieben wurden. Preußler kannte den Ort aus seiner Kindheit. Er selbst stammte aus Reichenberg (tschechisch Liberec) und schöpfte seine Erzählstoffe aus den deutschen und slawischen Sagen Böhmens.
Handgestrickter Räuber Hotzenplotz, Eichenau 2014 © Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung; Foto: Jens Ziehe
Nach dem Vorbild des Räubers Hotzenplotz aus dem Kinderbuch von Otfried Preußler strickte Ingeborg Schmidt die Puppe für ihren Mann Ernst. Er wurde 1929 in Hotzenplotz (tschechisch Osoblaha) in Mährisch-Schlesien geboren. Er war einer von etwa 3 Millionen Deutschen, die nach Kriegsende aus der Tschechoslowakei vertrieben wurden. Preußler kannte den Ort aus seiner Kindheit. Er selbst stammte aus Reichenberg (tschechisch Liberec) und schöpfte seine Erzählstoffe aus den deutschen und slawischen Sagen Böhmens.
Die amerikanische Hilfsorganisation wurde 1915 auf Initiative des US-amerikanischen Botschafters in Konstantinopel, Henry Morgenthau, gegründet. Ihn hatten Berichte über die Deportation der christlichen Minderheiten Kleinasiens, vor allem der Armenier und Griechen, und den sich abzeichnenden Völkermord erreicht. Mit Lebensmittellieferungen, der Errichtung von Waisenhäusern und Flüchtlingslagern sollten so viele Menschen wie möglich gerettet werden. Finanziert wurde diese Hilfe aus Spenden von US-Bürgern.
Plakat der Hilfsorganisation American Committee for Relief in the Near East mit einem Spendenaufruf, New York 1918 © Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung; Foto: Sebastian Ahlers
Die amerikanische Hilfsorganisation wurde 1915 auf Initiative des US-amerikanischen Botschafters in Konstantinopel, Henry Morgenthau, gegründet. Ihn hatten Berichte über die Deportation der christlichen Minderheiten Kleinasiens, vor allem der Armenier und Griechen, und den sich abzeichnenden Völkermord erreicht. Mit Lebensmittellieferungen, der Errichtung von Waisenhäusern und Flüchtlingslagern sollten so viele Menschen wie möglich gerettet werden. Finanziert wurde diese Hilfe aus Spenden von US-Bürgern.
Nach ihrer Ausweisung aus dem ostpreußischen Wielitzken (heute Wieliczki, Polen) im November 1945 fand Familie Brozio zwei Monate später in Hamdorf in Schleswig-Holstein, ein neues Zuhause. Die Familie hatte ihren gesamten Besitz zurücklassen müssen. Ihr Gepäck kam während der zweimonatigen Fahrt in Güterwaggons abhanden. In Hamdorf wies man der Familie ein Zimmer zu. Dort begann der Vater für die Familie Kleiderbügel aus Baumästen zu schnitzen.
Handgefertigte Kleiderbügel, Hamdorf 1946 © Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung; Foto: Thomas Bruns
Nach ihrer Ausweisung aus dem ostpreußischen Wielitzken (heute Wieliczki, Polen) im November 1945 fand Familie Brozio zwei Monate später in Hamdorf in Schleswig-Holstein, ein neues Zuhause. Die Familie hatte ihren gesamten Besitz zurücklassen müssen. Ihr Gepäck kam während der zweimonatigen Fahrt in Güterwaggons abhanden. In Hamdorf wies man der Familie ein Zimmer zu. Dort begann der Vater für die Familie Kleiderbügel aus Baumästen zu schnitzen.
Die Erinnerung an das Leben der Armenier im Osmanischen Reich, ihre Vertreibung und Ermordung ist ein zentrales Motiv in der künstlerischen Arbeit von Silvina Der-Meguerditchians (* 1967), die selbst armenische Wurzeln hat. Der Wandteppich erinnert an das armenische Schulwesen in der Region Marasch (heute Maraş,Türkei). Hier lebten bis zum Beginn des Völkermords an den Armeniern 1915 tausende armenische Familien.
Wandteppich »Marasch–Schulen« aus der Werkreihe »Die Textur der Identität«, Berlin 2013 © Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhung; Foto: Thomas Bruns
Die Erinnerung an das Leben der Armenier im Osmanischen Reich, ihre Vertreibung und Ermordung ist ein zentrales Motiv in der künstlerischen Arbeit von Silvina Der-Meguerditchians (* 1967), die selbst armenische Wurzeln hat. Der Wandteppich erinnert an das armenische Schulwesen in der Region Marasch (heute Maraş,Türkei). Hier lebten bis zum Beginn des Völkermords an den Armeniern 1915 tausende armenische Familien.
Dorette Jendretzki wurde im November 1946 in einem Eisenbahnwaggon zwischen Liegnitz (heute Legnica, Polen) und Sagan (heute Żagań, Polen) geboren. Ihre Familie war kurz zuvor aus Kreuzburg (heute Kluczbork, Polen) in Oberschlesien vertrieben worden. Den Mantel trug ihre Mutter während der Geburt. Um ihn danach weiter tragen zu können, wurde der untere Teil abgetrennt.
Wintermantel, 1941 © Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung; Foto: Arne Psille
Dorette Jendretzki wurde im November 1946 in einem Eisenbahnwaggon zwischen Liegnitz (heute Legnica, Polen) und Sagan (heute Żagań, Polen) geboren. Ihre Familie war kurz zuvor aus Kreuzburg (heute Kluczbork, Polen) in Oberschlesien vertrieben worden. Den Mantel trug ihre Mutter während der Geburt. Um ihn danach weiter tragen zu können, wurde der untere Teil abgetrennt.

Ansprechpartner

Dr. Andreas Kossert
Tel.: +49 (0)30 206 29 98-15
E-Mail: Kossert@sfvv.de

Lisa Quade
Tel.: +49 (0)30 206 29 98-12
E-Mail: Quade@sfvv.de

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