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Presse

Mittwoch, 23. November 2016

Stiftung veröffentlicht Tagungsband zur Geschichte der Donauschwaben in Jugoslawien 1941‒1955

Die Stiftung veröffentlicht heute zusammen mit dem Donauschwäbischen Zentralmuseum Ulm den Tagungsband Vom »Verschwinden« der deutschsprachigen Minderheiten. Ein schwieriges Kapitel in der Geschichte Jugoslawiens 1941‒1955. Renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Serbien, Kroatien, Slowenien, Österreich und Deutschland präsentieren darin ihre neuesten Forschungsergebnisse. Der Tagungsband nimmt in dieser Form erstmalig den Gesamtkontext aus Vorgeschichte, Ursachen und Motiven für die Vertreibung der Deutschen aus Jugoslawien, vor allem der Donauschwaben, in den Blick. Der Band erscheint als Doppelausgabe in deutscher und serbischer Sprache (mit Beiträgen in slowenischer, kroatischer und englischer Sprache).

Flucht, Vertreibung und Deportation der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg sind mittlerweile ein vielbeachtetes Thema. Die Ereignisse nach 1944/45, ihre Ursachen und ihre Folgen werden heute zunehmend in einer europäischen Perspektive betrachtet. Das Land Jugoslawien, das nach dem Zusammenbruch der Habsburger Monarchie entstand und in dessen Grenzen über eine halbe Million Menschen deutscher Herkunft lebten, und das Schicksal der Jugoslawiendeutschen zwischen 1941 und 1955 wurden in diesem Zusammenhang bisher jedoch nur vereinzelt untersucht. »Verschwinden«, so beschrieb man im kommunistischen Jugoslawien euphemistisch die Leerstelle, die aus der Vertreibung von mehreren Hunderttausend Deutschen resultierte. Diese Vertreibung war lange Zeit aus dem öffentlichen Diskurs verdrängt.

Die internationale Tagung Vom »Verschwinden« der deutschsprachigen Minderheiten fand im Jahr 2012 in Bad Radkersburg an der österreichisch-slowenischen Grenze statt. Kooperationspartner waren neben der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung (Berlin) und dem Donauschwäbischen Zentralmuseum Ulm das Deutsche Historische Museum (Berlin), das Kroatische Institut für Geschichte ‒ Hrvatski institut za povijest (Zagreb), das Museum der Vojvodina ‒ Muzej Vojvodine (Novi Sad), das Institut für Wirtschafts-, Sozial- und Unternehmensgeschichte der Universität Graz sowie das Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgen-Forschung (Graz). Die Tagung und der vorliegende Band zeigen, dass gemeinsame Aufarbeitung schwieriger Kapitel der Geschichte nicht nur möglich ist, sondern bereits lebhaft praktiziert wird.

Nach Präsentationen am 28. November in Belgrad (Serbien) und am 29. November in Osijek (Kroatien) wird der Tagungsband am 1. Dezember im Donauschwäbischen Zentralmuseum Ulm erstmals einem deutschen Publikum vorgestellt.

Vom »Verschwinden« der deutschsprachigen Minderheiten. Ein schwieriges Kapitel in der Geschichte Jugoslawiens 19411955
Hrsg. von der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung und der Stiftung Donauschwäbisches Zentralmuseum (Hg.), Berlin/Ulm 2016. Tagungsband mit
17 Beiträgen aus fünf Ländern, 230 S. (dt. Band) bzw. 207 S. (Band in kroat., serb. und slow. Sprache), 92 Abbildungen.

Der Tagungsband kann zum Preis von 15 Euro (je Sprache) zzgl. Versandkostenpauschale bezogen werden über:
Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung
Mauerstraße 83/84, 10117 Berlin
Tel.: +49 (0)30 - 206 29 98 - 0
E-Mail: info@sfvv.de

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