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Stiftung

FAQ

1. Wann wurde die Stiftung gegründet?

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2005 bekannten sich die drei damaligen Regierungsparteien CDU, CSU und SPD in ihrem Koalitionsvertrag »zur gesellschaftlichen wie historischen Aufarbeitung von Zwangsmigration, Flucht und Vertreibung« und beschlossen »im Geiste der Versöhnung […] ein sichtbares Zeichen« in Berlin zu setzen, »um […] an das Unrecht von Vertreibungen zu erinnern und Vertreibung für immer zu ächten.«

Im März 2008 stellte die Bundesregierung die Konzeption für ein »Sichtbares Zeichen gegen Flucht und Vertreibung« vor. Auf dieser Grundlage beschloss der Deutsche Bundestag im Dezember desselben Jahres die Gründung der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung.

Im Mai 2009 fand die konstituierende Sitzung des Stiftungsrates statt. Zwei Monate später nahm die Stiftung unter Gründungsdirektor Prof. Dr. Manfred Kittel die Arbeit auf.

2. Welche Rechtsform hat die Stiftung?

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Die Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung ist eine Stiftung des öffentlichen Rechts und wird zu hundert Prozent durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert. Als unselbständige Stiftung steht sie in Trägerschaft der Stiftung Deutsches Historisches Museum.

3. Wer sind die Entscheidungsträger und Berater der Stiftung?

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Der Stiftungsrat bestimmt die Grundzüge des Programms der Stiftung und entscheidet über alle grundsätzlichen Angelegenheiten. Er besteht aus 21 Mitgliedern, von denen 19 alle fünf Jahre vom Bundestag gewählt werden. Dazu zählen Vertreter des Deutschen Bundestages, der Bundesregierung, des Bundes der Vertriebenen, der evangelischen und katholischen Kirchen sowie des Zentralrats der Juden. Der Präsident der Stiftung Deutsches Historisches Museum und der Präsident der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland sind kraft Amtes Mitglieder.

Der Wissenschaftliche Beraterkreis wird vom Stiftungsrat ernannt. Das Gremium besteht aus nationalen und internationalen Experten und berät die Stiftung und den Stiftungsrat in fachlichen Fragen. Seit dem Jahr 2016 hat der Beraterkreis 12 Mitglieder.

Seit April 2016 ist Dr. Gundula Bavendamm die Direktorin der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung.

4. Wie wird die Stiftung finanziert?

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Die Stiftung wird auf Grundlage von § 96 des Bundesvertriebenengesetzes zu hundert Prozent durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert. Das Gesetz aus dem Jahr 1953 verpflichtet Bund und Länder, das Kulturgut der Vertriebenen und Flüchtlinge zu pflegen und die wissenschaftliche Forschung zu diesem Thema zu fördern.

5. Ist die Stiftung eine politische Stiftung?

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Die Stiftung ist überparteilich. Um eine Überparteilichkeit zu gewährleisten sind im Stiftungsrat Mitglieder verschiedener Parteien und Organisationen vertreten.

6. Besteht eine Verbindung zwischen der Stiftung und dem Bund der Vertriebenen (BdV)?

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Nein, zwischen der Stiftung und dem Bund der Vertriebenen (BdV) gibt es keine direkte Verbindung. Jedoch entsendet der Bund der Vertriebenen gemäß Stiftungsgesetz sechs von insgesamt 21 Mitgliedern in den Stiftungsrat.

7. Besteht eine Verbindung zwischen der Stiftung und dem Zentrum gegen Vertreibung?

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Nein, es besteht keine Verbindung zwischen der Stiftung und dem Zentrum gegen Vertreibung. Das Zentrum gegen Vertreibung ist eine Einrichtung des Bundes der Vertriebenen (BdV). Die Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung ist eine überparteiliche Bundesstiftung.

8. Besteht eine Verbindung zwischen der Stiftung und Erika Steinbach?

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Nein, es besteht keine Verbindung zwischen der Stiftung und der ehemaligen Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach.

9. Welchen Zweck hat die Stiftung?

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Zweck der Stiftung ist es, im Geiste der Versöhnung die Erinnerung und das Gedenken an Flucht und Vertreibung im 20. Jahrhundert im historischen Kontext des Zweiten Weltkriegs und der nationalsozialistischen Expansions- und Vernichtungspolitik und ihren Folgen wachzuhalten.

Die Hauptaufgabe der Stiftung ist gegenwärtig die Realisierung eines Dokumentationszentrums in Berlin mit einer Dauerausstellung und Wechselausstellungen, Bibliothek, Archiv, Sammlung, Veranstaltungsräumen, einem Raum der Stille und Angeboten der Bildung & Vermittlung.

10. Was ist das Dokumentationszentrum?

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Das künftige Dokumentationszentrum der Stiftung wird neben einer Dauerausstellung und Wechselausstellungen, eine Bibliothek sowie ein Archiv mit Zugang zu Zeitzeugenberichten bieten. Ergänzend sind Veranstaltungen und Angebote der Bildung & Vermittlung geplant. Außerdem wird es einen Raum der Stille zum Innehalten geben.

Das frühere Deutschlandhaus am Anhalter Bahnhof im Berliner Bezirk Kreuzberg wird gegenwärtig für das Dokumentationszentrum umgebaut.

11. Wann und wo eröffnet das Dokumentationszentrum?

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Das Dokumentationszentrum entsteht gegenwärtig im Berliner Bezirk Kreuzberg. Unweit des Potsdamer Platzes stehen der Stiftung im früheren Deutschlandhaus am Anhalter Bahnhof künftig rund 6.000 Quadratmeter für ihre verschiedenen Angebote zur Verfügung.

Das Gebäude befindet sich im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Betreut wird der Umbau, nach dem Entwurf des österreichischen Architektenbüros Marte.Marte, vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung.

Die Übergabe an die Stiftung ist für 2019 geplant. Anschließend folgt die Einrichtung des Gebäudes, insbesondere auch der Dauerausstellung.

Bis dahin befinden sich die Büroräume der Stiftung in der Mauerstraße 83/84 in Berlin-Mitte.

12. Zeigt die Stiftung bereits Ausstellungen?

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Die Realisierung der neuen Kultureinrichtung und die Umsetzung der künftigen Dauerausstellung stehen im Vordergrund der Arbeit. Bis zur Eröffnung des Dokumentationszentrums wird die Stiftung daher keine Ausstellungen präsentieren.

13. Was sind die Themen der Stiftung?

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Die Stiftung thematisiert die Ursachen, den Verlauf und die Folgen von ethnisch und religiös motivierten Zwangsmigrationen im 20. und 21. Jahrhundert in Europa und darüber hinaus.

Ein Schwerpunkt ist die Erinnerung an die mehr als 12 Millionen Deutschen, die im Zuge des vom NS-Regime entfesselten Zweiten Weltkriegs und der nationalsozialistischen Expansions- und Vernichtungspolitik und ihrer Folgen die früheren preußischen Ostprovinzen und ihre Siedlungsgebiete in Mittel-, Südost- und Osteuropa verlassen mussten.

Vertreibungen zur vermeintlichen Beilegung ethischer und religiöser Konflikte sind ein globales Phänomen. In Europa führten extremer Nationalismus und die exzessive Gewalt der Weltkriege im 20. Jahrhundert zu massenhaften Vertreibungen bis hin zum Völkermord.

Flucht und Vertreibung sind universelle Erfahrungen. Auch heute sind unzählige Menschen davon betroffen. Durch ihre Bildungsarbeit setzt die Stiftung ein Zeichen und stellt den Unrechtscharakter von Zwangsmigrationen heraus.

14. Welche Bedeutung hat das Thema Flucht und Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg für die Arbeit der Stiftung?

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Das Thema Flucht, Vertreibung und Ankunftserfahrungen der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg ist der Schwerpunkt der Dauerausstellung, aber nur ein Schwerpunkt der Stiftungsarbeit insgesamt.

15. Welche Bedeutung haben heutige Flucht- und Migrationsbewegungen für die Arbeit der Stiftung?

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Die Stiftung befasst sich mit Flucht und Vertreibung als globalem Phänomen, daher spielen heutige Flucht- und Migrationsbewegungen eine wichtige Rolle in der Stiftungsarbeit insgesamt.

Die künftige Dauerausstellung behandelt vertiefend die Ursachen, Phänomene und Diskurse zum Thema Zwangsmigration und stellt somit unter anderem auch Bezüge zur Fluchtproblematik unserer Tage her.

In regelmäßigen Sonderausstellungen werden künftig auch Gegenwartsfragen aufgegriffen.

16. Ich habe Flucht und Vertreibung selbst erlebt oder kenne einen Zeitzeugen: Sammelt die Stiftung persönliche Geschichten und Dokumente?

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Seit 2013 werden für das digitale Zeitzeugenarchiv audiovisuelle, lebensgeschichtliche Interviews durchgeführt. Bisher haben zahlreiche Betroffene aus unterschiedlichen Regionen von ihren Erfahrungen mit Flucht und Vertreibung, Heimatverlust und Neubeginn berichtet. Auch die Auswirkungen auf nachfolgende Generationen werden über Interviews mit den Nachfahren von Vertriebenen berücksichtigt.

Die Stiftung sammelt außerdem Erlebnisberichte und Ego-Dokumente aus Deutschland und Europa.

Videos, Audiodokumente, Schriftstücke und Dokumente werden zukünftig im Dokumentationszentrum für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Für nähere Informationen zum Interviewprojekt oder zur Zusendung von schriftlichen Zeitzeugenberichten wenden Sie sich bitte an geschichten@sfvv.de oder kontaktieren Sie uns telefonisch unter +49 (0)30 206 29 98-0.

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