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Die Zwangsumsiedlung der Karelier im europäischen Kontext

Besuch aus dem finnischen Lappeenranta

Vier Museumsexperten aus dem finnischen Teil Kareliens konnte die Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung am 17. September 2018 in Berlin begrüßen. Die Kollegen der Museen der Stadt Lappeenranta (Lappeenrannan museot) informierten sich einen Tag lang über die Aufbauarbeit der Stiftung.

Zu den Museen der Stadt Lappeenranta zählt das Südkarelische Museum (Etelä Karjalan museo), für das die finnischen Gäste gegenwärtig eine neue Dauerausstellung erarbeiten. In dieser soll das Thema Zwangsmigration eine zentrale Rolle spielen. Durch die Umsiedlung − im Finnischen »Evakuierung« genannt − von mehr als 400.000 finnischen Kareliern seit 1939/40 und schließlich 1944 aus dem heute russischen Teil Kareliens gehörte Heimatverlust zur kollektiven Erfahrung vieler Finnen. Karelien spielt im Bewusstsein Finnlands eine große Rolle, nicht zuletzt entstand im 19. Jahrhundert das finnische Nationalepos »Kalevala« in diesem Landesteil. Das einstige Zentrum Kareliens − die Stadt Wyborg (finnisch Viipuri, deutsch Wiborg) gehört heute zur Russischen Föderation und war vor dem Krieg zweitgrößte Stadt Finnlands.

In drei Workshops erhielten die finnischen Kuratoren Einblicke in die zukünftige Dauerausstellung, die Arbeit der Bereiche Bibliothek/Archiv/Zeitzeugenarbeit und Bildung und Vermittlung der Stiftung. Am Nachmittag stand eine Besichtigung des zukünftigen Standorts des Dokumentationszentrums am Anhalter Bahnhof in Berlin-Kreuzberg an. Die finnischen Gäste besuchten Berlin im Rahmen einer Kooperation innerhalb eines EU-geförderten Erasmus+ Projekts über aktuelle Museumsprojekte zu Themen von Zwangsmigration und Heimatverlust.

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