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Donnerstag, 1. Dezember 2016

Vom »Verschwinden« der deutschsprachigen Minderheiten

Ein schwieriges Kapitel in der Geschichte Jugoslawiens 1941‒1955

Der Donauschwabe Stefan Barth erlebte als Achtjähriger die Schrecken des jugoslawischen Internierungslagers Jarek (Serbien). In seinen Erinnerungen schreibt er: »Ich schlief auf dem Fußboden neben meiner Urgroßmutter. Eines Morgens wachte ich auf, und man sagte mir, sie sei gestorben. Am selben Tag wurde sie auf die Straße getragen und auf den Leiterwagen mit einem Haufen toter Leiber geworfen. Sie musste verhungern, obwohl sie ihr ganzes Leben hart gearbeitet hatte.«
Zwischen 1944 und 1948 fanden in jugoslawischen Internierungslagern mindestens 50.000 Donauschwaben den Tod. Den Alltag der Internierten, größtenteils Alte, Frauen und Kinder, bestimmten Hunger, Krankheit, Kälte, Zwangsarbeit und Massensterben.
Flucht, Vertreibung, Internierung und Deportation der Donauschwaben nach dem Zweiten Weltkrieg waren ein Tabuthema in Jugoslawien. Wenn überhaupt, sprach man dort – die tatsächlichen Vorgänge verschleiernd – von ihrem „Verschwinden“. Nun vereint ein mehrsprachiger Tagungsband erstmals die Forschungen siebzehn renommierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Serbien, Kroatien, Slowenien, Österreich und Deutschland, die aus unterschiedlicher Perspektive ein schwieriges Kapitel deutsch-jugoslawischer Geschichte beleuchten. Der Tagungsband zeigt, dass die gemeinsame Aufarbeitung schwieriger Kapitel der Geschichte nicht nur möglich ist, sondern bereits lebhaft praktiziert wird.

Programm

Begrüßung
Christian Glass (Stiftung Donauschwäbisches Zentralmuseum, Ulm)

Grußwort
Hans Supritz (Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Donauschwaben)

Buchvorstellung
Dr. Andreas Kossert (Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung, Berlin - Herausgeber)
Leni Perencevic (Donauschwäbisches Zentralmuseum, Ulm)
Hans Supritz (Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Donauschwaben)
Stefan Barth (Zeitzeuge)

Eintritt
frei

Eine Veranstaltung von
Donauschwäbisches Zentralmuseum (Ulm)
Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung (Berlin)

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