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Vortrag «Madagaskar und die Juden»

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde ein rassistisch geprägter Antisemitismus virulent. Seine Protagonisten strebten eine »Lösung der Judenfrage« an. Paul de Lagardes Idee, Madagaskar zur Heimstätte der Juden zu machen, fand in vielen europäischen Ländern Anhänger. Eine »Internationale des Antisemitismus« propagierte Vorschläge dieser Art bis in die Jahre des »Dritten Reichs«. Im Zweiten Weltkrieg plante Hitlers Regime, die ostafrikanische Insel in ein jüdisches Groß-Ghetto unter SS-Aufsicht zu verwandeln. Der Plan einer »territorialen Endlösung« (Reinhard Heydrich) erwies sich jedoch nur als ein kurzlebiges Projekt auf dem Weg in den Holocaust.

Nach einer Begrüßung des Direktors der Stiftung Topographie des Terrors, Prof. Dr. Andreas Nachama, zeichnete der Historiker und stellvertretende Direktor des Instituts für Zeitgeschichte München-Berlin, Prof. Dr. Magnus Brechtken, in einem Vortrag die allgemeine Entwicklung antisemitischer Ideen einer Austreibung der jüdischen Minderheit seit 1885 nach. Insbesondere stellte er die konkreten Pläne einer millionenfachen Deportation aller europäischen Juden nach Madagaskar im Rahmen der nationalsozialistischen Verfolgungs- und Vernichtungspolitik dar.

© Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung; Foto: Thomas Grabka© Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung; Foto: Thomas Grabka© Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung; Foto: Thomas Grabka© Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung; Foto: Thomas Grabka
© Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung; Foto: Thomas Grabka
Der Direktor der Stiftung Topographie des Terrors, Prof. Dr. Andreas Nachama, begrüßt die Gäste.
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Prof. Dr. Magnus Brechtken spricht in seinem Vortrag über die Entwicklung antisemitischer Ideen einer Austreibung der jüdischen Minderheit.
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Prof. Dr. Magnus Brechtken und die Direktorin der Stiftung, Dr. Gundula Bavendamm, im Gespräch.
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Prof. Dr. Magnus Brechtken im Gespräch mit den Gästen.
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