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Warthaer Pfefferkuchen

Die Geschichte der niederschlesischen Pfefferkuchentradition zur Weihnachtszeit

Zwei Jahre lang suchten die Heimatforscher Tomasz Karamon und Mateusz Gnaczy nach dem geheimen Rezept für Warthaer Pfefferkuchen. Die ins Jahr 1464 zurückreichende Pfefferkuchentradition ihrer niederschlesischen Heimatstadt Bardo, vormals Wartha, war durch die Vertreibung der Deutschen 1945 in Vergessenheit geraten. Detektivische Nachforschungen führten die jungen Historiker zur Tochter eines der letzten Meisterbäcker der Warthaer Pfefferkuchen. Diese vertraute ihnen das Originalrezept ihres Vaters an. Tomasz Karamon setzt sich nun für die Wiederbelebung deutscher Pfefferkuchentradition im polnischen Bardo ein. Dazu gehört auch die Herstellung von Pfefferkuchenformen nach alten schlesischen Motiven.

Die Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung erhält von Tomasz Karamon eine traditionelle Pfefferkuchenform für ihre Sammlung.

Mehr zur Initiative von Tomasz Karamon unter www.facebook.com/BardzkiePierniki

Bardo ist eine Kleinstadt am Fuße des Glatzer Berglandes in Niederschlesien, Polen. Heute hat Bardo knapp 3.000 Einwohner. Bis 1945 hieß der Ort Wartha und gehörte zum Deutschen Reich.Tomasz Karamon (rechts) ist ein junger polnischer Lokalhistoriker aus Bardo. Von der Geschichte seiner Heimatstadt fasziniert, begann er vor einigen Jahren, zusammen mit einem weiteren jungen Historiker, Mateusz Gnaczy intensive Recherchen anzustellen. Dabei stießen sie auf die Spur des Warthaer Pfefferkuchens, der über Jahrhunderte vor Ort hergestellt wurde.Wartha war einer der bekanntesten Marienwallfahrtsorte Schlesiens. Die Entwicklung des dortigen Pfefferkuchenhandwerks ist auf die frühe Verfügbarkeit von Gewürzen – Wartha lag an mehreren Handelswegen – sowie die Beliebtheit des Ortes als Wallfahrtsziel zurückzuführen.Bis 1945 gab es mehrere Pfefferkuchenmeisterbäcker in Wartha. Mit der Vertreibung der Deutschen Bevölkerung ab 1945 ging diese Tradition verloren. 2011 begab sich Tomasz Karamon auf die Suche nach ehemaligen Warthaer Pfefferküchlerfamilien, um mehr über die Geschichte ihres Handwerks zu erfahren.Tomasz Karamon suchte etliche Zeitzeugen auf und sammelte Fotos und Dokumente zu den Warthaer Pfefferküchlern. Dieses Foto brachte ihn auf den Pfefferküchler Max Prause. Es gelang ihm dabei auch, das Mädchen auf dem Foto ausfindig zu machen ...… Johanna Prause, die Tochter von Max Prause, lebt seit 1945 in Westdeutschland. Tomasz Karamon besuchte sie dort 2015. Sie vertraute ihm das geheime Pfefferkuchenrezept ihres Vaters an.Max Prause, einer der letzten Pfefferkuchenmeisterbäcker von Wartha, war im April 1942 verstorben. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Vertreibung der Deutschen aus Wartha ließ sich die Familie Prause in Westfalen nieder. Max‘ Sohn, Hans Prause, machte 1948 die Meisterprüfung und eröffnete in Ochtrup eine Pfefferküchlerei. Das Familienunternehmen stellte Warthaer Pfefferkuchen bis in die 1960er Jahre her.Nun wird die deutsche Pfefferkuchentradition im polnischen Bardo durch Tomasz Karamon wiederbelebt. Neben der Herstellung von Pfefferkuchen vermittelt Tomasz auch Wissen über das Pfefferkuchenhandwerk in Vorträgen und Veranstaltungen. Vom tschechischen Meister Oldřich Kvapil lernt er auch, traditionelle Pfefferkuchenformen, sogenannte Modeln, anzufertigen. Diese Pfefferkuchenform entwarf Tomasz Karamon in Anlehnung an eine alte Stadtansicht von Wartha. Geschnitzt wurde sie von Oldřich Kvapil aus Tschechien. Für die Herstellung der Modeln wird häufig Birnbaumholz oder Kirschholz verwendet, das sich aufgrund seiner Dichte besonders für das Meißeln detailreicher Motive eignet.Das Pfefferkuchenrezept der Familie Prause bleibt weiterhin geheim, denn Tomasz Karamon wahrt das ihm anvertraute Geheimnis. In der Weihnachtszeit werden Warthaer Pfefferkuchen weiterhin von den Nachfahren der Pfefferküchlerfamilien in Deutschland gebacken – und jetzt auch von Tomasz in Bardo.Auch im Stadtbild Bardos wird an die einstige Pfefferkuchentradition der Stadt erinnert. Auf Initiative einiger engagierter Einwohner wurde zur Erinnerung an die ehemalige Bäckerei eines weiteren Pfefferküchlers, Alois Hentschel (zufälligerweise der Schwager von Max Prause) an dem Gebäude ein Ladenschild angebracht. Heute befindet sich dort ein Lebensmittelgeschäft. Verfolgen Sie die Initiative von Tomasz Karamon auf www.bardzkiepierniki.pl
Bardo ist eine Kleinstadt am Fuße des Glatzer Berglandes in Niederschlesien, Polen. Heute hat Bardo knapp 3.000 Einwohner. Bis 1945 hieß der Ort Wartha und gehörte zum Deutschen Reich.
Aktuelle Stadtansicht von Bardo (Niederschlesien), Polen, 2015 © Tomasz Karamon, Privatarchiv
Bardo ist eine Kleinstadt am Fuße des Glatzer Berglandes in Niederschlesien, Polen. Heute hat Bardo knapp 3.000 Einwohner. Bis 1945 hieß der Ort Wartha und gehörte zum Deutschen Reich.
Tomasz Karamon (rechts) ist ein junger polnischer Lokalhistoriker aus Bardo. Von der Geschichte seiner Heimatstadt fasziniert, begann er vor einigen Jahren, zusammen mit einem weiteren jungen Historiker, Mateusz Gnaczy intensive Recherchen anzustellen. Dabei stießen sie auf die Spur des Warthaer Pfefferkuchens, der über Jahrhunderte vor Ort hergestellt wurde.
Tomasz Karamon präsentiert eine Pfefferkuchenform, 2015 © Tomasz Karamon, Privatarchiv
Tomasz Karamon (rechts) ist ein junger polnischer Lokalhistoriker aus Bardo. Von der Geschichte seiner Heimatstadt fasziniert, begann er vor einigen Jahren, zusammen mit einem weiteren jungen Historiker, Mateusz Gnaczy intensive Recherchen anzustellen. Dabei stießen sie auf die Spur des Warthaer Pfefferkuchens, der über Jahrhunderte vor Ort hergestellt wurde.
Wartha war einer der bekanntesten Marienwallfahrtsorte Schlesiens. Die Entwicklung des dortigen Pfefferkuchenhandwerks ist auf die frühe Verfügbarkeit von Gewürzen – Wartha lag an mehreren Handelswegen – sowie die Beliebtheit des Ortes als Wallfahrtsziel zurückzuführen.
Historische Stadtansicht Wartha © Tomasz Karamon, Privatarchiv
Wartha war einer der bekanntesten Marienwallfahrtsorte Schlesiens. Die Entwicklung des dortigen Pfefferkuchenhandwerks ist auf die frühe Verfügbarkeit von Gewürzen – Wartha lag an mehreren Handelswegen – sowie die Beliebtheit des Ortes als Wallfahrtsziel zurückzuführen.
Bis 1945 gab es mehrere Pfefferkuchenmeisterbäcker in Wartha. Mit der Vertreibung der Deutschen Bevölkerung ab 1945 ging diese Tradition verloren. 2011 begab sich Tomasz Karamon auf die Suche nach ehemaligen Warthaer Pfefferküchlerfamilien, um mehr über die Geschichte ihres Handwerks zu erfahren.
Ansicht Bäckerei der Familie Prause © Tomasz Karamon, Privatarchiv; Foto: Johannes und Johanna Martin
Bis 1945 gab es mehrere Pfefferkuchenmeisterbäcker in Wartha. Mit der Vertreibung der Deutschen Bevölkerung ab 1945 ging diese Tradition verloren. 2011 begab sich Tomasz Karamon auf die Suche nach ehemaligen Warthaer Pfefferküchlerfamilien, um mehr über die Geschichte ihres Handwerks zu erfahren.
Tomasz Karamon suchte etliche Zeitzeugen auf und sammelte Fotos und Dokumente zu den Warthaer Pfefferküchlern. Dieses Foto brachte ihn auf den Pfefferküchler Max Prause. Es gelang ihm dabei auch, das Mädchen auf dem Foto ausfindig zu machen ...
Pfefferküchler Max Prause mit seiner Tochter Johanna, vor 1942 © Schlesische Monatshefte
Tomasz Karamon suchte etliche Zeitzeugen auf und sammelte Fotos und Dokumente zu den Warthaer Pfefferküchlern. Dieses Foto brachte ihn auf den Pfefferküchler Max Prause. Es gelang ihm dabei auch, das Mädchen auf dem Foto ausfindig zu machen ...
… Johanna Prause, die Tochter von Max Prause, lebt seit 1945 in Westdeutschland. Tomasz Karamon besuchte sie dort 2015. Sie vertraute ihm das geheime Pfefferkuchenrezept ihres Vaters an.
Tomasz Karamon mit Johanna Prause, 2015 © Tomasz Karamon, Privatarchiv
… Johanna Prause, die Tochter von Max Prause, lebt seit 1945 in Westdeutschland. Tomasz Karamon besuchte sie dort 2015. Sie vertraute ihm das geheime Pfefferkuchenrezept ihres Vaters an.
Max Prause, einer der letzten Pfefferkuchenmeisterbäcker von Wartha, war im April 1942 verstorben. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Vertreibung der Deutschen aus Wartha ließ sich die Familie Prause in Westfalen nieder. Max‘ Sohn, Hans Prause, machte 1948 die Meisterprüfung und eröffnete in Ochtrup eine Pfefferküchlerei. Das Familienunternehmen stellte Warthaer Pfefferkuchen bis in die 1960er Jahre her.
Originalverpackung »Gerlich-Bissen« aus der Bäckerei der Familie Prause, vor 1945 / Alternativfoto »Prauses Bissen..« ©Tomasz Karamon, Privatarchiv
Max Prause, einer der letzten Pfefferkuchenmeisterbäcker von Wartha, war im April 1942 verstorben. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Vertreibung der Deutschen aus Wartha ließ sich die Familie Prause in Westfalen nieder. Max‘ Sohn, Hans Prause, machte 1948 die Meisterprüfung und eröffnete in Ochtrup eine Pfefferküchlerei. Das Familienunternehmen stellte Warthaer Pfefferkuchen bis in die 1960er Jahre her.
Nun wird die deutsche Pfefferkuchentradition im polnischen Bardo durch Tomasz Karamon wiederbelebt. Neben der Herstellung von Pfefferkuchen vermittelt Tomasz auch Wissen über das Pfefferkuchenhandwerk in Vorträgen und Veranstaltungen. Vom tschechischen Meister Oldřich Kvapil lernt er auch, traditionelle Pfefferkuchenformen, sogenannte Modeln, anzufertigen.
Herstellung einer Pfefferkuchenmodel, 2015 © Tomasz Karamon, Privatarchiv; Foto: Łukasz Giza
Nun wird die deutsche Pfefferkuchentradition im polnischen Bardo durch Tomasz Karamon wiederbelebt. Neben der Herstellung von Pfefferkuchen vermittelt Tomasz auch Wissen über das Pfefferkuchenhandwerk in Vorträgen und Veranstaltungen. Vom tschechischen Meister Oldřich Kvapil lernt er auch, traditionelle Pfefferkuchenformen, sogenannte Modeln, anzufertigen.
Diese Pfefferkuchenform entwarf Tomasz Karamon in Anlehnung an eine alte Stadtansicht von Wartha. Geschnitzt wurde sie von Oldřich Kvapil aus Tschechien. Für die Herstellung der Modeln wird häufig Birnbaumholz oder Kirschholz verwendet, das sich aufgrund seiner Dichte besonders für das Meißeln detailreicher Motive eignet.
Pfefferkuchenform mit Stadtansicht von Bardo, 2015 © Tomasz Karamon, Privatarchiv; Foto: Łukasz Giza
Diese Pfefferkuchenform entwarf Tomasz Karamon in Anlehnung an eine alte Stadtansicht von Wartha. Geschnitzt wurde sie von Oldřich Kvapil aus Tschechien. Für die Herstellung der Modeln wird häufig Birnbaumholz oder Kirschholz verwendet, das sich aufgrund seiner Dichte besonders für das Meißeln detailreicher Motive eignet.
Das Pfefferkuchenrezept der Familie Prause bleibt weiterhin geheim, denn Tomasz Karamon wahrt das ihm anvertraute Geheimnis. In der Weihnachtszeit werden Warthaer Pfefferkuchen weiterhin von den Nachfahren der Pfefferküchlerfamilien in Deutschland gebacken – und jetzt auch von Tomasz in Bardo.
Pfefferkuchenteig in Form des Stadtwappens von Bardo © Tomasz Karamon, Privatarchiv
Das Pfefferkuchenrezept der Familie Prause bleibt weiterhin geheim, denn Tomasz Karamon wahrt das ihm anvertraute Geheimnis. In der Weihnachtszeit werden Warthaer Pfefferkuchen weiterhin von den Nachfahren der Pfefferküchlerfamilien in Deutschland gebacken – und jetzt auch von Tomasz in Bardo.
Auch im Stadtbild Bardos wird an die einstige Pfefferkuchentradition der Stadt erinnert. Auf Initiative einiger engagierter Einwohner wurde zur Erinnerung an die ehemalige Bäckerei eines weiteren Pfefferküchlers, Alois Hentschel (zufälligerweise der Schwager von Max Prause) an dem Gebäude ein Ladenschild angebracht. Heute befindet sich dort ein Lebensmittelgeschäft. Verfolgen Sie die Initiative von Tomasz Karamon auf www.bardzkiepierniki.pl
Vor der ehemaligen Bäckerei von Alois Hentschel, 2015 © http://dza.doba.pl/galeria/3965/27356; Foto: Anna Urbaś
Auch im Stadtbild Bardos wird an die einstige Pfefferkuchentradition der Stadt erinnert. Auf Initiative einiger engagierter Einwohner wurde zur Erinnerung an die ehemalige Bäckerei eines weiteren Pfefferküchlers, Alois Hentschel (zufälligerweise der Schwager von Max Prause) an dem Gebäude ein Ladenschild angebracht. Heute befindet sich dort ein Lebensmittelgeschäft. Verfolgen Sie die Initiative von Tomasz Karamon auf www.bardzkiepierniki.pl
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